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Kirchenchor St.Laurentius Lessenich |
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Kirchenchor “Cäcilia” Lessenich - Meßdorf |
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1999 feierte der Kirchenchor “ Cäcilia” von Lessenich – Meßdorf sein 150 jähriges Jubiläum. Der folgende Überblick bezieht sich auf die Untersuchungen, die Stefan Sabellek 1986 veröffentlicht hat. Stefan Sabellek, Der Kirchenchor “ Cäcilia” Lessenich – Meßdorf, Beiträge zur Geschichte von Lessenich – Meßdorf, 1986, Band IV, S. 113 – 127. Leider gibt es keine schriftlichen Unterlagen mehr über die Gründung im Jahre 1849. Es wird angenommen, daß die Belege in den Jahren nach 1933 oder während des Krieges verlorengegangen sind. Einen Hinweis darauf, daß es entsprechende Aufzeichnungen gegeben haben muß, gibt das eingestickte Gründungsjahr “ 1849 “ in der Chorfahne, die 1929 zum 80. Stiftungsfest des Chores in Auftrag gegeben wurde und die heute noch existiert. Die Gründung des Kirchenchores im Jahre 1849 war insofern bemerkenswert, als Lessenich – Meßdorf nur 269 Einwohner zählte. Dazu kamen noch die damals 493 Einwohner des zur Pfarrgemeinde gehörenden Oedekoven. Bedenkt man, daß die Bevölkerung in diesen Orten fast ausschließlich von der Landwirtschaft lebte, und zwar überwiegend vom Gemüseanbau in Kleinbetrieben, dann kann man sich gut vorstellen, welcher großen Anstrengung und Selbstüberwindung es bedurfte, sich nach der harten körperlichen Landarbeit noch zu einer Chorprobe aufzuraffen.Üblicherweise übernahmen die Lehrer, die im Rahmen ihrer Ausbildung das Notenlesen und das Spielen eines Instrumentes erlernt hatten, die Leitung der Kirchenchöre. Erst im Jahre 1843 wurde in Lessenich eine Schule errichtet, an der Lehrer Saß bis 1848 unterrichtete. Ihm folgte 1848 Lehrer Wichterich aus Brühl. In diese Zeit fällt auch der Dienstantritt des Pfarrers Jakob Münch, der das Seelsorgeamt von 1847 – 1873 wahrnahm. Dieser Pfarrer Münch dürfte der Initiator für die Gründung einer Choral – Singgruppe gewesen sein. Der Lehrer Wichterich hatte die Aufgabe des Küsters und Organisten übernommen und war für den Gesang in der Kirche verantwortlich. Aus dem zeitlichen Zusammentreffen der Dienstantritte des Pfarrers Münch 1847 und des Lehrers Wichterich 1848 sowie späteren Aufzeichnungen läßt sich die Bestätigung herleiten, daß in dieser Zeit eine solche Singgruppe gegründet worden ist. Demnach wäre der Lehrer Wichterich der erste Leiter dieser Singgruppe oder Schola gewesen, aus der sich später der Kirchenchor “ Cäcilia” entwickelt hat. Allerdings hatten die Schola von 1849 und der heutige Kirchenchor kaum eine Ähnlichkeit miteinander. Schon immer war die Struktur eines Kirchenchores abhängig von den Forderungen, die die Kirche jeweils an den Chorgesang stellte.Für eine Kirche wie St. Laurentius waren es im allgemeinen Kirchenlieder, gregorianische Choräle und liturgische Antwortgesänge, die von einer kleinen Singgruppe erwartet wurden. In der Aufklärung des 18. Jahrhunderts und der Romantik des 19.Jahrhunderts war auch die Kirchenmusik von der in Gang gekommenen soziologischen Umschichtung des musikalischen Lebens erfaßt wurden. Anstelle der liturgischen Chöre mit einem gottesdienstlichen Amt gab es jetzt Kirchengesangvereine, die mit ihren Darbietungen weniger anbetend und verkündigend für die Liturgie wirkten als vielmehr auf die Verschönerung und Ausschmückung des Gottesdienstes und damit mehr auf die Stimmung und das Gemüt ausgerichtet waren.Gegen diese Verweltlichung der Kirchenmusik richtete sich eine katholische kirchenmusikalische Reformbewegung, die wegen ihren hohen Ansprüchen an die Qualität der Sänger und Chorleiter an kleinen Orten wie Lessenich vorbeigehen mußte. Nach der Gründung des “Allgemeinen Cäcilienvereins” für die Länder deutscher Zunge auf dem Katholikentag in Bamberg 1868 kam es zur raschen Verbreitung dieser Organisation in ganz Deutschland bis ins kleinste Dorf, also auch nach Lessenich-Meßdorf. |
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Die Sänger sangen nun nicht mehr in einer Singgruppe oder in einem Kirchengesangverein, sondern in einem Kirchenchor.Es kann auch nicht weiter verwundern, wenn sich die meisten Kirchenchöre nach der Hl. Cäcilia benannten, die im 15. Jahrhundert zur Patronin der Kirchenmusik erhoben worden war. Die neue Bezeichnung änderte aber nichts daran, daß der Kirchenchor “Cäcilia” Lessenich – Meßdorf nach wie vor nur aus einer kleinen Schar singfreudiger Männer bestand, die vom Küster Clasen vorwiegend im Choralgesang angeleitet wurden. Mit dem Amtsantritt von Oberpfarrer Wiltberger im Jahre 1918 der neben Theologie auch Kirchenmusik studiert hatte, erlebte der Chor eine Blütezeit. In Hauptlehrer Schnicke aus Duisdorf konnte er einen befähigten und passionierten Organisten und Chorleiter gewinnen. Oberpfarrer Wiltberger hatte eine besondere Vorliebe für die lateinische Vesper und Komplet sowie für den gregorianischen Choral. Er förderte den Aufbau und die Ausbildung des Chores. So betrug die Stärke schon bald etwa 25 Sänger in einem vierstimmigen Männerchor. Von Frauen in einem Kirchenchor wollte Oberpfarrer Wiltberger damals noch nichts wissen. Schon vor 1923 konnte eine zweistimmige Messe mit Orgelbegleitung aufgeführt werden, die Oberpfarrer Wiltberger komponiert hatte. Um beurteilen zu können, welche enorme Aufbauleistung dahinter steckte, muß man sich daran erinnern, daß nach dem Ende des Ersten Weltkrieges überall in Deutschland bittere Not herrschte und die Männer, soweit sie aus dem Krieg oder aus der Gefangenschaft schon heimgekehrt waren, zunächst andere Sorgen hatten, als sich im Kirchenchor zu engagieren. 1920 war Lehrer Schlösser nach Lessenich versetzt worden und dem Chor als aktives Mitglied beigetreten. Als 1923 Hauptlehrer Schnicke Lessenich verließ, übernahm Lehrer Schlösser sein Amt als Chorleiter. Schon 1925 oder 1926 wurde die erste vierstimmige Messe mit Orgelbegleitung aufgeführt, und zwar die “Franziskus – Messe” von August Wiltberger. Unter der Leitung von Lehrer Schlösser erweiterte der Chor sein Repertoire ganz beträchtlich, vor allem auch um weltliche Chorwerke und Volkslieder. Über Lessenich hinaus bekannt geworden sind die von Lehrer Schlösser einstudierten Gesang- und Theateraufführungen in den Jahren 1926 – 1934. Danach durfte keine Aufführung mehr stattfinden. Die einschneidendste Zäsur erlebte der Chor mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Schon zu Beginn des Krieges wurden 8 von 24 aktiven Sängern einberufen. Später konnten die Proben wegen der Verdunklungspflicht und der früh einsetzenden Fliegerangriffe nicht mehr durchgeführt werden. Dazu kam, daß ab 1940 in der Kapelle in Oedekoven an den Sonn- und Festtagen Gottesdienste gehalten wurden und die Pfarrkinder aus Oedekoven ihrer Mutterkirche nur noch selten besuchten. Schon in den Jahren 1925 / 26 stammten von den 23 aktiven Sängern alleine 13 aus Oedekoven. An diesem Verhältnis hat sich auch später kaum etwas geändert. Als nun 1946 die Oedekovener ihren eigenen “Kapellenchor” gründeten, blieben für die Mutterkirche nur noch wenige Sänger übrig. Daß eine kleine Gruppe den Chorgedanken trotzdem weitertragen konnte, ist wohl in erster Linie dem persönlichen Engagement des Lehrers Schlösser zu verdanken. Es stellte sich die grundsätzliche Frage, in welcher Form der Kirchenchor Lessenich – Meßdorf ohne die Oedekovener Sänger weitergeführt werden konnte. Da für einen reinen Männerchor nicht genügend Männer zur Verfügung standen, da es überhaupt kaum noch reine Männerchöre gab und da ein gemischter Chor dem Sinn und Zweck der “ Cäcilianischen Bewegung” am ehesten zu entsprechen schien, beschloß man , einen gemischten Chor zu bilden. Zwar gibt es für die Zeit von 1940 bis 1955 erstaunlicherweise keine schriftlichen Aufzeichnungen über das Chorleben, aber die mündlichen Aussagen damaliger Chormitglieder bestätigen, daß dieser gemischte Chor sehr erfolgreich war. Als Lehrer Schlösser 1958 ein Amt als Chorleiter nach 35 Jahren an Josef Füssenich weitergab, übernahm dieser eine schwere Aufgabe. Der Probenbesuch wurde so schlecht, daß häufig keine Proben abgehalten werden konnten. Das besserte sich, als 1962 Oberpfarrer Zander in den Ruhestand trat und von Oberpfarrer Blasberg abgelöst wurde. In diesem Jahr erlebte der Chor mit 13 Neumitgliedern und damit insgesamt 37 aktiven Sängerinnen und Sänger einen neuen Aufschwung. |
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Ab Mitte der 60er Jahre ging die Mitgliederzahl wieder zurück auf 23 Sängerinnen und Sänger, und als Josef Füssenich 1970 als Chorleiter in Pension ging, begann eine Zeit der ständigen Wechsel, der Unruhe und Unsicherheit, die erst am 01.01.1973 mit der Einstellung von Fritz Ernst als Chorleiter ein Ende nahm.Bis zu seiner offiziellen Verabschiedung am 06.09.1984 schaffte er eine solide Basis und sorgte für ein großes Repertoire. Der Chor wurde sicher im Ton und im Einsatz. Die Zahl der aktiven Mitglieder stieg bis auf 39 im Jahr 1981. Dieses war der höchste Mitgliederstand seit Bestehen des Chores. Im Jahr 1984 begann eine wahrhaft turbulente Zeit. Chorleiter kamen und gingen, zwischendurch sprang immer wieder Herr Ernst als Retter in der Not ein. Erstaunlicherweise hielt der Chor zusammen und verlor nicht den Mut. In diesen 14 Jahren hatte der Chor 6 Chorleiter und einige Interimshilfen. Dabei erarbeitete er ein sehr abwechslungs- und umfangreiches Repertoire, denn jeder Chorleiter brachte seine Stilrichtung und neue Stücke mit. Der Chor stellte fest, daß er sehr widerstandsfähig, aber auch flexibel ist und daß ihm eine gewisse Gelassenheit mit den Jahren zugewachsen ist. Am 01.08.1998 gab es wieder eine entscheidende Zäsur.Mit dem Ausscheiden des Chorleiters Ulrich Hagen strich Köln die Stelle des Chorleiters für St. Laurentius.Sollte dies das endgültige Aus sein für den Chor? Durch Vermittlung von Pater Vater gelang es nach einigen organisatorischen Änderungen Herrn Willi Herter , Küster, Organist und Chorleiter von St. Antonius in Dransdorf als neuen Chorleiter in Lessenich zu gewinnen. Wieder einmal hat der Chor überlebt und ist froh und dankbar, daß die Zusammenarbeit reibungslos klappt und viel Freude macht.Der Chor hat schon seit einigen Jahren den hohen Mitgliederstand von 42 Sängerinnen und Sängern, und natürlich sind es etwas mehr als doppelt so viele Damen wie Herren, dabei ist die älteste Sängerin 79 Jahre, die jüngste 35 Jahre alt. Annette Haeseling
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